Märchen erzählen – das dürfen nur die Konsensparteien

Darf ein AfD-Abgeordneter Kindern im Abgeordnetenhaus Märchen vorlesen? Oder ist das eine zu große Zumutung für die Vertreter der Konsensparteien von Union bis Linkspartei? Offenbar schon. Denn meine Teilnahme an einer Lesestunde, zu der alle Fraktionen Vertreter entsenden, wurde kurzfristig abgesagt. Angeblich habe sich niemand angemeldet. Nun ja.

Aber von Anfang an: Im August vereinbarte die Organisation Märchenland mit mir einen Termin am Freitag, den 17. November:

Abgeordnetenhaus von Berlin, Wandelhalle, Niederkirchnerstr. 5, 10117 Berlin-Mitte

Tel.: 030 – 34 70 94 79 (Märchenland)

Fr 17.11. | 10.00 Uhr

»POLITIKER ERZÄHLEN MÄRCHEN – MIT RONALD GLÄSER (AFD)«

In dieser Reihe schenken prominente PolitikerInnen Schulklassen eine Stunde ihrer Zeit, lesen Märchen aus aller Welt, erzählen von ihrem Beruf und antworten auf eure Fragen. Die VertreterInnen der Landes- und Bundespolitik zeigen dabei mit ihrem Engagement, welchen hohen Stellenwert die kulturelle Kinder- und Jugendbildung für unsere Gesellschaft hat.

Mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Ronald Gläser (AfD).

120 min, Eintritt: frei, Voranmeldung erforderlich, Schulveranstaltung

Dieser Termin steht bis heute auf der Webseite der Organisation.

So weit, so gut. In dieser Woche wurde dieser Termin jetzt in den Parlamentsunterlagen veröffentlicht, die jedem Abgeordneten zugehen. Gleich danach erhielt ich folgende Email:

Sehr geehrter Herr Gläser,

wir haben bisher leider keine Anmeldung für Ihre Märchenstunde am 17.11. erhalten.

Aus diesem Grund, muss ich unsere gemeinsame Veranstaltung absagen.

Ich danke Ihnen für Ihr Engagement und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Auf Nachfrage erklärte mir die Absenderin, ich sei der einzige Abgeordnete, zu dessen Vorlesung sich keine Schulklasse angemeldet habe. Ich kenne die Organisation und den Ablauf dort nicht. Aber das liegt auf der Hand: Natürlich hätten sie auch einfach Schülergruppen einteilen können, so dass auch bei meiner Lesestunde einige Schüler dabei sind.

Kann sein, dass sich Lehrer nicht trauen, sich mit ihrer Schülergruppe explizit an einer solchen Lesestunde mit einem Abgeordneten meiner Partei anzumelden. Denken wir uns nur aus, wie sich auch nur ein Elternteil aus dem rotgrünen Lager hinterher darüber echauffiert. Da rollen Köpfe. Möglich, dass Lehrer davor zurückschrecken.

Möglich ist auch, dass da einige Telefonate geführt wurden, um diesen Termin schnell absagen zu lassen mit einer passenden Ausrede. Dafür spricht der zeitliche Zusammenhang zwischen Veröffentlichung der Liste und Absage sofort danach. Fakt ist: Auf der Webseite des Parlaments bin ich bereits getilgt.

Egal, was genau hinter den Kulissen passiert ist: Die AfD wird eine eigene Märchenstunde veranstalten. Am 17. November um 10 Uhr gibt es eine Märchenstunde im Berliner Abgeordnetenhaus. Für die Kinder und natürlich auch die Eltern oder Großeltern gibt es zudem eine Führung durch den Landtag.

Bitte melden Sie sich hier für die Lesung an: glaeser@afd.berlin.

 

Märchen erzählen – das dürfen nur die Konsensparteien
Markiert in:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.