Filmförderung: Steuergeld für Belästigungsbeauftragte und Studienabbrecher

 

Dreharbeiten am Alexanderplatz

Gestern mal wieder Realsatire im Medienausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Zu Gast waren zwei Vertreter der Berliner Filmbranche: Frau Professor Kirsten Niehuus, Chefin der staatlichen Filmförderfirma Medienboard Berlin Brandenburg, und der Produzent Stefan Arndt (X Filme, z.B. Babylon Berlin).

Die Filmwirtschaft ist wichtig für unsere Stadt. Serien und Filme wie Homeland, Berlin Station und Co. schaffen eine Menge Jobs und polieren das Image Berlins auf. So weit, so banal.

Subventionen im allgemeinen und Filmförderung im speziellen sind nun ein besonderes Thema. Subventionen sind im Prinzip immer schlecht. Wenn überhaupt, darf es sie nur vorübergehend werden, sonst ist so gut wie sicher, dass Ressourcen vergeudet werden. Weil Geld an Marktteilnehmer fließt, das anderswo mehr positive Effekte haben könnte.

Subventionen haben langfristig negative Effekte

Das verstehen Sozialisten (egal ob rot, schwarz oder grün) aber nicht und pumpen munter die Steuermillionen der Berliner und der anderen Bundesbürger in diese Branche – wie in viele andere auch. Das Medienboard fördert Jahr für Jahr viele Serien und Filme, zuletzt Fack Ju Göthe 3 und Bibi und Tina 4, um die erfolgreichsten auf dem zurückliegenden Jahr zu nennen. 2017 hat das Medienboard 26,5 Millionen Euro an Subventionen verteilt.

Viele Produzenten bräuchten das Geld nicht. Wenn sie ein gutes Drehbuch, gute Schauspieler und ein gutes Team zusammen haben, dann wird der Film auch ohne Förderung erfolgreich sein. Geld vom Staat gibt es aber trotzdem. Auf der anderen Seite werden Filme gefördert, die dann floppen – und das Geld ist weg. In beiden Fällen liegt Ressourcenvergeudung vor.

Filmförderung als Mittel im feministischen Klassenkampf

Dazu kommt, dass die Förderkriterien sich stark am rotgrünen Zeitgeist orientieren. So geht es nicht nur darum, gute Filme ohne Ansehen des Regisseurs zu fördern. Frau Niehuus erklärte wörtlich, es sei ihr Ziel dafür zu sorgen, „dass mehr Frauen Filme im hohen Budgetbereich machen“. Soso. Es geht also auch darum, wie die Verteilung von X- und Y-Chromosomen ist bei der Vergabe von Geldern. Aus meiner Sicht sollten nur Filme gefördert werden, die gut sind – unabhängig davon, ob ein Mann oder eine Frau sie produziert.

Ausschnitt aus der Medienboard-Berlin-Brandenburg-Präsentation

Firmenvertreter, die von solchen Subventionen profitieren, befürworten diese natürlich. So etwa Stefan Arndt, dessen Firma 45 Festangestellte und 800 freie Mitarbeiter beschäftigt. Er unterstützte die Filmförderung mit den Worten: „Filme werden wichtiger als Autos oder Leopardpanzer. Wir können mit diesem Exportgut Arbeitsplätze schaffen.“

Gleichzeitig schilderte er die Vorteile, die Berlin von der Filmförderung habe, weil es ja deutliche Steuermehreinnahmen verzeichnen könne. Er beispielsweise habe eine Steuerquote von 32 Prozent, da seine Mitarbeiter auch sehr gut verdienten. Unter diesen befänden sich auch viele „abgebrochene Germanistikstudenten und fertige Philiosophiestudenten“.

Auch sexuelle Übergriffe in der Filmwirtschaft waren ein Thema

Nicht, dass ich denen keinen Job gönne. Im Gegenteil. Auch wer eine abgebrochene Ausbildung hat oder ein Studienfach, das keinen Arbeitsplatz garantiert, muss eine Arbeit finden können. Viele abgebrochene Studenten, die sich als Pizzalieferanten, Taxifahrer oder Lagerarbeiter bei Ikea verdingen, können ein Lied davon singen. Gerade sie und alle Bezieher kleinerer Einkommen müssen sich aber fragen: Warum sollten sie mit ihren Steuern gutbezahlte Arbeitsplätze in der Filmindustrie sichern? Das klingt für mich nicht gerecht.

Am Ende der Sitzung haben wir dann erfahren, dass noch ganz andere Dinge mit den Geldern der Filmförderung bezahlt werden. Im Zusammenhang mit der #metoo-Debatte wurde nach dem Umgang mit sexuellen Übergriffen gefragt. Die Antwort der Medienboard-Chefin: „Wenn die Produzenten einen Harassment-Beauftragten ernennen wollen, dann müssen sie das selbst machen. Aber wir würden die Kosten dafür übernehmen.“ Kommentar von Hugh Bronson dazu (nur zu mir): „Die Job-Beschreibung von dem Harassment-Beauftragte würde ich gerne sehen.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Nur soviel noch: Statt einer immer stärker wachsenden Förderung wünsche ich mir eine Entbürokratisierung und vor allem Entlastung von (Film-)Firmen und ihrer Angestellten. Wenn Stefan Arndt weniger Steuern zahlen muss und die Steuergesetze auch noch vereinfacht werden, dann hat er mehr davon, als wenn er ihm der Staat einige Brosamen in Form von Subventionen hinwirft. 

 

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