Tatütata, Berlin brennt

Mahnwache der Feuerwehrleute vor dem Roten Rathaus

Gestern war ich bei den Berliner Feuerwehrleuten, die seit Tagen vor dem Roten Rathaus eine Mahnwache abhalten. Sie haben zwischenzeitlich sogar beschlossen, die Aktion eine Woche zu verlängern. Die Männer demonstrieren während ihrer Freizeit oder in ihrer Bereitschaftszeit.

Eine ihrer Hauptforderungen lautet: Die Arbeitsbelastung muss sinken. Einer der Männer, mit denen ich gesprochen habe, berichtete, sie müssten immer mehr Einsätze fahren. Das wiederum hat verschiedene Ursachen. Zum Teil werden sie wegen eingerissener Fingernägel oder kaputter Heizungen gerufen, was unangemessen ist.

Notarzteinsatz in Berlin

Ich selbst habe vor 20 Jahren mal gesehen, wie im Innenhof meiner Wohnung in Tempelhof eine Mülltonne stark qualmte. Es sah so aus, als würde gleich ein Feuer ausbrechen. Was machst du da? Jetzt nichts Falsches tun! Also rief ich 112 und berichtete: “Da qualmt eine Mülltonne.” Antwort des Feuerwehrmanns: “Dann jehen Se hin und löschen Se dit.”

Da könnte ich mich jetzt auslassen über mangelndes Serviceverständnis oder Berliner Schnodrigkeit. Aber eigentlich hat der Mann mir mit der Antwort die richtige Lektion erteilt. Ich bin mit einem oder zwei Wassereimern zwei Stockwerke nach unten gegangen und habe den Schwelbrand selbst gelöscht. Nach fünf Minuten war die Sache erledigt. Es ist falsch, immer gleich nach der Feuerwehr zu rufen, wenn du es selbst tun kannst.

Das ist Problem ist neben der Vereinsamung in der Großstadt, dass die Anrufe bei der Feuerwehr nach einem Standardprotokoll abgearbeitet werden. Ein Abbruch ist nicht vorgesehen. Unklarheiten bedeuten stets, dass vom Schlimmsten auszugehen ist. Das macht die Arbeit der Feuerwehr nicht einfacher.

Wenn da beispielsweise ein Penner auf der Parkbank liegt und jemand deswegen die Feuerwehr anruft, sich aber nicht traut zu überprüfen, ob der Mann noch lebt (Zitat des Feuerwehrmann: “Es will ja auch keins auf die Fresse kriegen”), dann müsste wegen dieser Unklarheit immer gleich ein Notarzt mitgeschickt werden. Und schwups – aus einer Kleinigkeit wird ein Großeinsatz.

Ein anderes Problem sind die wachsenden Anforderungen innerhalb des normalen Feuerwehreinsatzes. So müssen die Leute beispielsweise geschult werden, wie sie ein E-Auto aufflexen ohne sich einen Schlag zu holen. Technischer Fortschritt bringt höhere Anforderungen ans Personal.

Im Gespräch mit den Feuerwehrleuten

Außerdem klagen sie über veraltetes Material, in die Tage gekommene Einsatzwagen. Ist mir auch schon aufgefallen. Wer mal ein Feuerwehrfest besucht, kann sich davon ein Bild machen. Wenigstens gibt es 354 neue Stellen, wobei die Gewerkschaft viel mehr verlangt.

Ein Nebenaspekt ist die wachsende Gewalt. Ob zum 1. Mai oder in der Silvesternacht: In Berlin werden nicht nur Polizei sondern auch Feuerwehr-Rettungskräfte immer öfter angegriffen. Zudem häufen sich Attacken gegen Notärzte im Einsatz in Berlin. Ein Polizist ergänzte: “Wir werden immer öfter mit Messern bedroht, gerade hier auf dem Alexanderplatz.” Der Zusammenhang mit der gescheiterten Integration und insbesondere der illegalen Einwanderungswelle blieb unausgesprochen. Aber jeder weiß, woher diese Gewalt vorwiegend kommt.

Schließlich ging es um Geld. Ein Feuerwehrmann im mittleren Dienst nannte sein Gehalt: 2.700 Euro (brutto) plus Kinderzuschlag (Höhe hat er nicht genannt). Da sehe ich etwas Luft nach oben. Ein anderer klagte über eine Zulage, die seit 1993 nicht mehr erhöht worden sei.

Exkurs: Ich war gerade mit der Familie auf dem Kyffhäuser in Thüringen, wo ich 1992 schon mal gewesen bin. Ich habe die alten Bilder von damals mit den neuen verglichen und dabei auch die alte Eintrittskarte gefunden: Sie hat eine Mark gekostet. Heute sind es 7,50 Euro. Das ist eine Steigerung um rund 1.500 Prozent. Ich denke: Diese Zulage könnte schon mal angehoben werden.

Grundsätzlich gilt: Die schnellste und einfachste Art, die Einkommen aller Deutschen, auch der öffentlich Bediensteten, zu erhöhen, wäre eine deutliche Senkung von Steuern und Abgaben. Dann müsste der Staat natürlich auf viele soziale Experimente wie die illegale Masseneinwanderung verzichten.

Zum anderen: Ich bin Oppositionsabgeordneter und kann den Leuten das Blaue vom Himmel versprechen. Wenn ich ein Linker wäre, würde ich das auch tun. Höhere, sichere Rente für jedermann. Kindergeld rauf auf 500 Euro. Überall neue Sportanlagen, Bäder, Volkshochschulen gratis. Kindergarten, Ganztagsbetreuung, Universitätsstipendium für lau.

Aber das ist nicht meine Art. Wir müssen verantwortungsbewußt mit den Steuergeldern der Berliner umgehen. Dazu gehört, dass wir Löhne im öffentlichen Dienst nicht ins Unermessliche steigern können. Schon gar nicht, wenn wir gleichzeitig prekäre Arbeitsverhältnisse und Mini-Renten bei normalen Berlinern beklagen.

Meine persönliche Meinung dazu ist: Das gilt insbesondere für neue Lehrer, eine rot-grüne Lieblingsklientel. Grundschullehrer etwa kriegen jetzt als Einstiegsgehalt (!) 5.100 Euro. Das ist viel. Hier könnten moderate Kürzungen dafür verwandt werden, um Polizisten und Feuerwehrleute entsprechend besser zu bezahlen. Dies würde die Berliner noch nicht einmal etwas extra kosten.

 

 

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