Maskenzwang läßt Erinnerungen an DDR wachwerden

Nach der Black Lives Matter-Demo ließ der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) mitteilen: “Es ist nicht die Aufgabe des Staates, Demonstrierenden vorzuschreiben, wie sie zu demonstrieren haben.” Der Grund: Bei der linksradikalen Demo hatte es kaum Sicherheitsabstände oder Schutzmaßnahmen gegeben.

Jetzt hat Andreas Geisel eben jenen angeblich zu erwartenden Mangel an Mindestabständen und Mund-Schutz zum Anlass genommen, um eine Demo von Kritikern der Corona-Maßnahmen zu verbieten. Und alle Folge-Demos. Eine pauschale Aussetzung des Rechtes auf Demonstrationsfreiheit. Mit der hinterhergeschobenen Begründung, er wolle sich auch nicht länger von Rechtsextremisten und Reichsbürgern auf der Nase herumtanzen lassen.

Mit anderen Worten: gute Demo, böse Demo. Wenn das Begehr der Demonstranten nur “richtig” ist, dann spielen Hygiene-Aspekte eine untergeordnete Rolle. Bei rechten Demonstranten wird die Sicherheitskarte gespielt und die Demo verboten. Das ist skandalös.

E war daher richtig, dass das Gericht das Demo-Verbot gekippt hat.

Folgende Geschichte erzählte mir ein Parteifreund. Er hat sie auch niedergeschrieben und mir erlaubt, sie zu veröffentlichen. Sie zeigt, wie sehr die Corona-Pandemie einige Leute zu merkwürdigen Verhaltensweisen veranlasst. Es ist verstörend. 

Ich finde den vorschriftsmäßigen Einsatz von Masken oft übertrieben. Dabei kann ich jeden verstehen, der sich schützen möchte. Ich selbst trage auch gelegentlich eine Maske. Aber nicht immer und überall. Wenn Maskenverweigerer andere zum Maskentragen zwingen, dann ist das erst recht skurril. 

Bußgelder für Maskenverweigerer? Was im öffentlichen Nahverkehr noch sinnvoll sein kann, weil dort so viele gedrängt stehen, erscheint mir in einem Museum, wenn es nicht so voll ist wie die Ubahn, unangemessen. Prügel wegen einer nicht aufgesetzten Maske? Das ginge zu weit.

Hier ist der Text:

Sehr geehrte Frau …,

leider sehe ich mich gezwungen heute diese Mail zu schreiben. Ich bin Touristenführer in Berlin – wie sie wissen – und hatte gestern nach sehr langer Zeit der Entbehrungen und harten finanziellen Einschnitten endlich mal wieder eine Gruppe zu betreuen. Sie kam aus Italien. Nun entschieden wir uns im Verlaufe des Programmes auch ihre sehr gelungene Ausstellung „Alltag in der DDR“ aufzusuchen, in die ich gerne mit Gruppen komme, mehrmals im Jahr – so noch im Februar 2020 dieses Jahres mit einer 55köpfigen Schülergruppe. 

Am gestrigen Samstag betraten wir also ihr Haus recht guter Dinge, und alles verlief zunächst auch ohne Probleme. Ich hatte meinen Rucksack weggeschlossen, und wir wollten uns gerade auf den Weg in die Ausstellungsräume machen, da sprach mich ein Herr in weißem Hemd mit Brille hinter dem Tresen recht unwirsch an: 

„Ihre Maske sitzt nicht richtig!“ 

„Wie bitte?“ 

„Ziehen sie gefälligst ihre Maske höher!“

„Ich verbitte mir den Ton, seit wann entscheiden sie denn, wer wie seine Maske richtig trägt? Wenn jemand keine Maske trägt, ok das ist sicherlich auffällig. Bitte zeigen sie doch mal die Verordnung, in der steht, wie weit die Maske das Gesicht verdecken sollte.“ 

So verändert Corona unser Leben seit Monaten

Daraufhin mischte sich jetzt ein sehr aggressiver Sicherheitsmann ein, und schrie mich an, er werde mir jetzt das Genick brechen, er werde mich zu Kleinholz verarbeiten, wir würden uns draußen nochmals sehen usw. Ich war vollkommen fassungslos, Ich wurde jetzt meinerseits auch laut  und wies darauf hin, dass ich eine koronale Herzerkrankung habe und damit eigentlich eine Maskenbefreiung, aber meine Maske trotzdem trage aus Rücksicht vor meinen Mitmenschen. Daraufhin warf mich der besagte Sicherheitsmitarbeiter einfach raus, und ich war getrennt von meiner Gruppe. Man drohte sogar die Polizei zu holen! 

Meine Gruppe gab mir zu verstehen, sie würde meine Dienste nicht mehr benötigen! Der Sicherheitsarbeiter kam ganz dicht an mein Gesicht und schrie mich weiter an, seine Schwester wäre an Corona gestorben, er würde wegen mir seinen Job verlieren, Leute wie ich seien das Letzte und gehören ins Lager!

Es wurde nicht annähernd der vorgeschriebene Sicherheitsabstand von 1,50m durch ihren Mitarbeiter eingehalten! Da ich eine Maske trug, gab es gar keinen Grund mich derart aggressiv zu behandeln in einer Art und Weise die einer Diktatur würdig ist – und das ganze auch noch in einem Museum, das sich mit DDR-Unrecht befasst! Einem sehr sensiblen Ort diesbezüglich. Ihre Mitarbeiter haben jedes Maß an Verhältnismäßigkeit verloren. In einem Museum , welches eine schlimme Diktatur thematisiert, so herablassend behandelt zu werden – ich bin mehr als schockiert. Hätte man mich freundlich darauf hingewiesen, ob es möglich wäre meine Maske ein wenig anzupassen, rücksichtsvoll evetuell die 1,50 m angemahnt bei Inkenntnissetzung meiner schweren Erkrankung, kein Ding. Aber das was da gestern abgelaufen ist, ist katastrophal und totalitär! Das ist ja absurd. Mein Einkommen für den Tag wurde vernichtet, die erste Gruppe seit Monaten. Ich behalte mir jetzt vor, Sie auf Schadenersatz zu verklagen, und überlege mir ernsthaft auch zivilrechtlich gegen die Mitarbeiter, welche ich eigentlich seit Jahren kenne (zumindest einen), vorzugehen. 

Bitte senden sie mir doch nochmals auf diesem Wege die Verordnungen zu, auf welche Sie sich beziehen die Maskenpflicht betreffend und erklären sie mir ob Sie bei Inkenntnissetzung eines Maskenattestes Personen dieser Art den Zugang zu ihrem Haus verweigern können?

Dass wir alle diese sehr herausfordernden Zeiten so gut wie möglich meistern müssen, steht außer Frage. Aber die Aushebelung der Menschenwürde und Grundrechte durch einzelne, die sich aufführen wie Blockwarte kann niemand wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Maskenzwang läßt Erinnerungen an DDR wachwerden
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Ein Gedanke zu „Maskenzwang läßt Erinnerungen an DDR wachwerden

  • August 29, 2020 um 6:28 am
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    Es ist schockierend was da passiert ist. Die Dame sollte es nicht nur in Erwägung ziehen auf Schadenersatz zu klagen, sondern auch Anzeige erstatten wegen Nichteinhaltung der Infektionsschutzverordnung. Man muss diese Leute mit ihren eigenen Mitteln schlagen

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