Schaulaufen auf dem Roten Teppich (2019)

“Berlinale: 95 Prozent Schrott”.

Werner Herzog, Regisseur

Als Student habe ich mich mit Freunden gern auf exklusiven Zusammenkünften herumgetrieben. Ob Presseball, Galadinner oder Party des DFB-.Pokalsiegers – oft haben wir einen Weg hinein gefunden. Der Weg durch die Küche war nur einer von vielen. Irgendwann werde ich mal meine Erlebnisse veröffentlichen.

Was hier wichtig ist: Ein Event blieb für mich immer zu: die Berlinale, deren normale Filme ich bereits als Schüler angeschaut hatte. Da war es extrem schwer bei der Eröffnungsparty reinzukommen. Das war auch später noch so, als ich als freier Journalist arbeitete. Wie sehr hätte ich mir seinerzeit eine Einladung dorthin gewünscht! Einmal zur Berlinale-Eröffnung gehen…

Mit Sarah Gröber nach der Vorführung The Kindness of Strangers – dieser Film war etwas … strange (2019)

Comme ci, comme ça. Irgendwann hat es dann doch geklappt. Ohne Fake-Einladung oder Hintertürchen. Seit acht Jahren bin ich Abgeordneter. Und als Mitglied des Medienausschusses, der sich u.a. mit der Berlinale befasst, wurde ich ab 2017 regelmäßig eingeladen. 

Wie so oft im Leben musste ich feststellen, dass die unerreichbar erscheinenden Dinge, wenn du sie dann doch bekommst, nicht mehr so reizend sind wie vorher. 

  • In meinem ersten Eröffnungsfilm Island of dogs bin ich eingeschlafen. Eigentlich schade, denn so ermüdend war der Film gar nicht.
  • Das Begleitprogramm vor dem Eröffnungsfilm ist oft so langatmig, dass nicht nur ich durstig und hungrig werde. Dir schlafen die Beine ein, aber versuch nicht rauszugehen (machen trotzdem viele), weil die Kellner Anweisung haben, nichts auszuschenken. Sonst würden bereits während des Programms noch viele mehr Leute rausströmen.
  • Auf den engen Sesseln schlafen dir die Beine ein, vor allem wenn du in die Jahre kommst oder über 1.70 groß bist.
  • Das Essen ist konstant – keine Übertreibung – das schlechteste Buffet gewesen, das ich bei solchen Anlässen je erleben musste. Immer wieder. Statt Buletten und Wiener Würsten oder Hummer und Austern immer wieder so abgefahrene Dritte-Welt-Kost, die du kaum runterkriegst. Viel vegan und so. Pro-Tip: Lieber vorher eine Pizza essen.

Ich könnte die Liste fortsetzen, will es aber damit bewenden lassen. Ich war ja trotzdem mehrfach da und habe mir das Spektakel angeschaut. Auch weil ich mit hier mit einem kanadischen Filmproduzenten sprechen konnte und dort mit einem anderen Oppositionsabgeordneten. Manchmal sogar mit echten Stars oder einem Staatssekretär. 

Das ist auch der Grund, warum sie uns da nicht wollen. Das Establishment möchte die AfD austrocknen und ausgrenzen, damit wir als Aussätzige zu niemandem Kontakt haben. Deswegen diese inszenierten Kampagnen. Von der „Wannsee-Konferenz“ bis hin zum Brief von 200 NoNames, die angeblich ganz zufällig unsere Ausladung verlangt haben. Es ist schade, dass die Berlinale-Leitung so schnell eingeknickt ist. Sagt mehr über diese Kulturschaffenden im Staatsauftrag als über uns aus. Kristin Brinker hat heute eine Erklärung dazu abgegeben, in der alles wesentliche gesagt wurde. Wer die gewählten Repräsentanten der konservativen Opposition ausgrenzt, der grenzt auch Millionen Wähler aus. Und solche Leute wollen mich darüber belehren, dass ich anderen ihre „demokratischen Grundrechte“ entziehen würde? Das ist alles zynische Realsatire.

@hauptstadtfraktion

#Berlinale -Ausladung: Die Vorstitzende nimmt Stellung Die Fraktionsvorsitzende der Hauptstadtfraktion, Dr. @dr.kristinbrinker, nimmt dieses Verhalten nicht hin und hat sich mit einer Erklärung an die Medienvertreter gewandt.

♬ Originalton – Alternative Hauptstadtfraktion – Alternative Hauptstadtfraktion
Die Erklärung von Dr. Kristin Brinker zu der bemerkenswerten Einladungspolitik der aus Steuermitteln finanzierten Berlinale

Ich werde die Berlinale aus den oben genannten Gründen nicht vermissen. Unser Auftrag ist klar: Der Kulturbetrieb muss ordentlich durchgekärchert werden. Nicht, weil ich Leuten meine Meinung aufzwingen will. Wer Multikulturalismus und Transgenderismus predigen will, soll das von morgens bis abends tun können. Aber er muss sich um private Mittel kümmern. Der Klassenkampf auf Steuerzahlerkosten ist abgesagt. Der wachsende Einfluss der AfD ist die beste Medizin gegen Hass, Dummheit und Steuergeldverschwendung im Kulturbetrieb. Das spüren die Verantwortlichen – und deshalb gehen sie so gnadenlos gegen jeden Abgeordneten vor, der ihnen in die Quere kommen könnte. 

Für mich ist diese (für die Verantwortlichen) peinliche Ausladung von der Berlinale nur Ansporn, die Zuständen in der Filmbranche noch stärker ins Visier zu nehmen. Das ist ein Versprechen an meine Wähler.