Ein Mann fährt auf seiner Simson über die Landstraße und freut sich des Lebens. Dann brettert ein Lastwagen über ihn drüber. Dazu werden Lacher eingespielt, denn bei dem Mopedfahrer handelt es sich um Ulrich Siegmund.
Er stirbt unter einem Lkw. Haha. Wie witzig.
Diese Art von Humor müssen Sie nicht teilen. Dafür zahlen aber schon. Dieses nicht gerade sehr einfallsreiche Video stammt vom ZDF-Komödianten Jan Böhmermann.
Das ZDF sammelt also Zwangsbeiträge ein, um Videos zu produzieren, in denen der Tod eines missliebigen Oppositionsvertreters abgefeiert wird. Und das obwohl der Sender die Menschenwürde laut Rundfunkstaatsvertrag zu achten hat.
Ich habe deswegen eine Programmbeschwerde auf den Weg gebracht. Wir machen das viel zu selten. Bombardieren wir diese öffentlich-rechtlichen Kontrollgremien, die meine Beschwerde natürlich mit Verweis auf die Kunstfreiheit zurückweisen werden (was sie nicht tun würden, wenn es sich gegen Linke richtete), mit solchen Briefen oder Emails.
Keine Hasstirade, keine Fakenews, keine einseitig besetzte Talkshow mehr, die unbeanstandet bleibt. Auch wenn alles zurückgewiesen wird, so dokumentieren wir damit ihr Unvermögen, ein vielfältiges und ausgewogenes Programm zu erstellen, was ihnen der Staatsvertrag aber vorschreibt.
Der nächste Schritt wäre es, all diese Programmbeschwerden an alle Institutionen wie WDR, ZDF, NDR, RBB usw. zu sammeln. Schickt mir eure Programmbeschwerden per Email an ronald.glaeser@bundestag.de. Ich werde das alles sammeln und auswerten.
Unser Einsatz für ein freies Mediensystem ohne Staatspropaganda und Zwangsbeiträge geht natürlich weiter. Aber die Mühlen der Gerechtigkeit mahlen bekanntlich langsam. Meine Klage gegen den Rundfunkbeitrag liegt beim Verwaltungsgericht. Und auf der politischen Bühne arbeiten wir daran, die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen. Sachsen-Anhalt sollte das erste Land sein, in dem das glücken kann. Was für ein Zufall, dass der Sender ZDF, der mittelbar auch davon betroffen sein könnte, jetzt den Tod des Mannes abfeiert, der das umsetzen will.

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